“Gebrauchsanweisung für uns selbst”: Was ist Human Design?

Human Design und seine verschiedenen Typen – davon haben wir im Zuge von Selbstoptimierung & Co. schon gehört. Was aber hat es damit auf sich? Darüber habe ich mich mit Sandra unterhalten. Sie hat Human Design für sich entdeckt, sich weitergebildet und coacht inzwischen andere Menschen, um ihnen zu ihrem besten Leben zu verhelfen.

Liebe Sandra, starten wir einmal mit einer Frage, die bestimmt viele im Kopf haben: Was ist Human Design überhaupt?
Human Design wird auch als die Wissenschaft der Differenzierung bezeichnet. Obwohl wir alle gleich sind, sind wir dennoch einzigartig.

Das Human Design System, eine Synthese von vier alten Weisheitslehren – Astrologie, I Ging, Chakrenlehre und jüdischer Kabbalah – hilft uns, unsere Einzigartigkeit zu verstehen. Es ist eine Art Gebrauchsanweisung für uns selbst, die uns hilft, uns besser zu verstehen und auch unsere Liebsten besser zu begreifen.

Wir sprechen auch von der Neutrino-Theorie. Sie besagt, dass Neutrinos von der Sonne ausgesendet und uns individuelle Fähigkeiten und Eigenschaften verleihen, die durch erfahrene Human Design Analytiker entschlüsselt werden können. 

Im Human Design wird ja mit sogenannten Charts gearbeitet. Wie kommen diese zustande und was sagen sie aus?
Ein Human Design Chart besteht aus einer Körpergrafik in der Mitte und Zahlenreihen mit kleinen Planetenbildern auf beiden Seiten.

Die Zahlenreihen basieren auf den exakten Geburtsdaten und spiegeln die Positionen der Planeten zu diesem Zeitpunkt wider.

Sobald diese Zahlen dann in die Körpergrafik eingetragen werden, entstehen im Chart Zentren und Kanäle. Sie entstehen durch Verbindungen einzelner Tore.

Am Ende sehen wir definierte (farbige) Zentren, die durch Kanäle verbunden sind und undefinierte (weiße) Zentren. Beides gibt uns Einblicke in die Persönlichkeit, besonderen Fähigkeiten und Eigenschaften eines Menschen.

Die Charts sind wie individuelle Gebrauchsanweisungen, die uns helfen, zu verstehen, wie wir funktionieren, Entscheidungen treffen und Energie schöpfen.

Human Design Chart – Beispiel Rennfahrer Ayrton Senna

Was bringt einem diese „Gebrauchsanweisung“?
Das Human Design System ist besonders hilfreich, um eigene Konditionierungsmuster zu erkennen und sich selbst besser zu verstehen. Es fungiert quasi wie ein Benutzerhandbuch, das ermutigt, unterdrückte Stärken wiederzuentdecken.

Es kann unter anderem Frieden bringen, wenn man mit einem offenen G-Zentrum (weißes Viereck in der Mitte des Charts) lebt und sich zeit seines Lebens nach Liebe und Richtung sehnt. So kann man erfahren, dass Liebe und Richtung für diese Menschen auf dem Weg entstehen und nicht fix verankert sind. Es kann das Selbstvertrauen stärken, dem eigenen Gespür wieder zu vertrauen und zu folgen.

Das Wissen um den eigenen Chart gibt sehr vielfältige Einblicke, zum Beispiel darüber, wie sich das Leben für einen am einfachsten entfaltet, wie man im besten Fall in Beziehungen treten kann und welcher Entscheidungsfindungsprozess am besten zum individuellen Design passt. 

Mehr Einblicke über dich selbst? Dabei kann Sandra dir helfen.

Welche Typen gibt es im Human Design?
Es gibt vier Grundtypen im Human Design: Generatoren und Manifestierende Generatoren (ca. 70 %), Manifestoren (ca. 8 %), Projektoren (ca. 21 %), und Reflektoren (ca. 1 %).

Diese Unterscheidung soll nicht in Schubladen stecken. Viel eher ist es so, dass jeder dieser Typen eine spezifische Aura hat, und damit einhergehen dann unterschiedliche Verhaltensempfehlungen – im Human Design sprechen wir von Strategien. Generatoren werden etwa ermutigt, auf das Leben zu reagieren und ihrer Freude zu folgen, während Projektoren auf Einladung und Anerkennung warten sollten, um sich erfolgreich fühlen zu können.

Die Kenntnis des eigenen Typs ist ein wichtiger Baustein, um in Harmonie mit dem eigenen Naturell zu leben. 

Wenn ich nun weiß, welcher Typ ich bin, worauf sollte ich nun als Nächstes achten?
Nach dem Verständnis des eigenen Typs ist die Strategie wichtig. Sie zeigt, wie gute Entscheidungen getroffen werden können. Es gibt insgesamt sieben verschiedene Autoritäten, die weitere Einblicke liefern.

Das Wissen um den eigenen Typ, die Strategie und die Autorität reicht in der Regel aus, um die eigenen Potenziale leben und voll entfalten zu können. Das bedeutet nicht, dass es dann keine Herausforderungen mehr gibt. Die gibt es und die darf es auch weiterhin geben. Wir wissen dann aber auch, wie wir damit umgehen können.

Was kann ich darüber hinaus noch mit diesem Wissen anfangen?
Abgesehen von Typ, Strategie und Autorität bietet das Human Design System eine Vielzahl weiterer Aspekte wie Profile, Zentren, einer möglichen Split-Definition, der Lebensaufgabe, auch Inkarnationskreuz genannt), Ernährungsempfehlungen, Beziehungsdynamiken und Lebenszyklusanalysen.

Es ermöglicht uns tiefere Einblicke in Beziehungs- und Familien-Dynamik, kann aber auch Informationen darüber geben, wie wir in der Businesswelt unserem Design entsprechend bewegen.

Da steckt einfach viel über die persönliche Entwicklungsmöglichkeit drin. Jeder kann individuell entscheiden, wie tief er in die Vielfalt des Systems eintauchen möchte. Typ, Strategie und Autorität sind die Basis, die ich jedem Interessierten empfehlen würde.

In welchen Lebensbereichen kann mir Human Design „helfen“?
Human Design kann in nahezu allen Lebensbereichen hilfreich sein, indem es Inspiration bietet, den eigenen Pfad zu erkennen und Kurskorrekturen vorzunehmen. Es ist jedoch kein Allheilmittel, besonders in gesundheitlichen Angelegenheiten sollte stets auch mit Fachexperten gesprochen werden. Letztlich dürfen wir immer der eigenen Intuition folgen.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Geschichte einer Human Design erfahrenen Mutter, deren Säugling beim Fläschchen geben, immer Bauchschmerzen bekam. Sie sprach mit dem Arzt und der sagte, dass es eben bei manchen Kindern so sei. In den Tiefen der Human Design Variablen fand sie dann die Auskunft, dass ihr Kind Speisen nur kalt gut verdauen kann. So hat sie ausgetestet, ihre Milch abzupumpen und dann später mit der Flasche zu füttern. Es hat funktioniert. Die Bauchschmerzen waren weg. Ich würde niemals so weit gehen, zu sagen, dass das immer funktioniert. Aber es kann eine Option sein und wenn es niemandem schadet, kann es vorsichtig ausgetestet werden.

Wie bist du dazu gekommen, mit Human Design zu arbeiten?
Ich habe sehr lange nach einem System gesucht, das mir hilft, das auszudrücken, was ich im anderen wahrnehme und über mich selbst spüre. Das Human Design System hat mir dafür die richtigen Worte und eine visuelle Darstellung geliefert. So kann Austausch stattfinden.

Nachdem ich selbst ein Reading erhalten habe, begann ich, nach meinem Design zu leben, es für mich auszutesten. Dazu besuchte ich kurz darauf den Kurs “Living your Design” und übte mich auch ein ganzes Jahr nur für mich darin. Nachdem ich überzeugt war, vertiefte ich mein Wissen über die Grundlagen und die Analytiker-Ausbildung.

Die Vielseitigkeit, Treffsicherheit und die praxisnahe Anwendbarkeit des Systems haben mich mehr als jedes andere System fasziniert. Die meisten anderen Systeme basieren auf dem, was wir im Laufe unseres Lebens gelernt haben. Daran ist nichts falsch. Mir gefällt aber sehr, dass es hier um Eigenschaften und Fähigkeiten geht, die wir von Natur aus mitbekommen haben. So zu leben, wie wir gedacht sind, kann aus meiner Perspektive glücklicher machen, als so zu leben, wie andere es gut für uns fanden.

Inwieweit berätst du Menschen auf der Basis von Human Design?
Meine Coachings konzentrieren sich auf die Beschäftigung mit dem eigenen Chart, die Entwicklung und Stärkung der Selbstliebe und die Klärung von Beziehungs- und Familienthemen.

Mein Hauptbestreben ist es, die Dynamiken selbst zu verstehen, erläutern zu können und meinen Kunden zu helfen, die Bausteine von ICH, DU und WIR zu stärken.

Ich unterstütze auch Mütter dabei, ihre Kinder besser zu verstehen und achtsam zu begleiten.

Insgesamt helfe ich bei der Selbstliebe, Partnerschaft, Elternschaft und der Suche nach Lösungen für aktuelle Herausforderungen im gemeinsamen Familienleben.

Danke für das Interview, liebe Sandra!

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