Ganzheitlicher Ansatz: Die Magie von “Mindful Movement”

Bei Sunita Ehlers steht eine ganzheitliche Betrachtung des Körpers im Mittelpunkt. Als Yogalehrerin und Expertin für Achtsamkeit legt sie viel Wert auf Individualität und passt alle Haltungen an den jeweiligen Körper und die Lebensumstände an. Seit 2015 bildet sie angehende Yogalehrer:innen, Achtsamkeitstrainer:innen und Meditationsleiter:innen aus, und seit 2022 auch Mindful Movement Trainer:innen. Und über genau dieses Thema – Mindful Movement – habe ich mich mit ihr unterhalten.

Liebe Sunita, „Mindful Movement“ kann mit „achtsame Bewegung“ übersetzt werden. Was genau verstehst du darunter?

Mindful Movement beinhaltet für mich richtig viel. Zum einen geht es um die Einzigartigkeit meines Körpers, zum anderen aber auch um die aktuellen Lebensumstände, in denen ich mich befinde. So kann ich aus Haltungen und Bewegungsabfolgen Energien ziehen. Ich kann mich auftanken oder auch mal Dampf ablassen. Mich ausdrücken und meinen Körper, Geist und die Seele miteinander verbinden. Achtsame Bewegungen in den Alltag zu integrieren, ist in meinen Augen das Wertvollste überhaupt, denn so kann ich aus kurzen Momenten mir genau das holen, was ich aktuell brauche. 

Inwiefern geht dieses Konzept Hand in Hand mit Yoga?

Yoga ist Mindful Movement, Mindful Movement ist Yoga, aber eben auch noch viel mehr. Während wir beim Yoga zu uns selbst finden, uns mit uns selbst wieder verbinden, auf unserer eigenen Matte bleiben und ins Spüren kommen, geht Mindful Movement noch einen Schritt weiter. Hier geht es beispielsweise auch darum, Emotionen wahrzunehmen. Sich die Energie zu holen, die ich – tagesaktuell – brauche. Ein Beispiel: ich bin erschöpft und energielos; dann hole ich mir durch die entsprechenden Bewegungen die Energie, die ich brauche. 

Spielt auch Meditation eine Rolle?

Ja. Beim Mindful Movement kommen Meditation, Yoga & Achtsamkeit zusammen. Sie verbinden sich zu einem großen Ganzen und betrachten den Körper, Geist und Seele ganzheitlich. 

Was ist das Besondere an dieser Methode?

Das wirklich wunderbare ist, die Entscheidung zu treffen: wie fühle ich mich … und wie will ich mich fühlen. Und dann genau das aus den Bewegungen zu integrieren. Wenn ich wütend bin, ist es okay, auch mal wütend zu sein. Auf meiner Matte; um dann im Alltag besser mit Wut umgehen zu können. Oder sie vielleicht auch im Alltag nicht ganz so stark wahrnehmen, weil ich sie ja schon auf der Matte ausgelebt habe. Dies ist natürlich auch auf andere Emotionen übertragbar. 

Wieso tut es uns so gut, Mindful Movement zu praktizieren?

Weil es ganzheitlich ist. Und weil es in den Alltag wunderbar einfach übertragbar ist. Letztlich geht es darum, zu lernen: Wie ich mich  bewege, hat eine Auswirkung und wie ich mich fühle, hat eine Auswirkung auf meinen Körper. Emotionen und Körper wirken sich wechselseitig aufeinander aus – im positiven und “negativen” Sinn. 

Wer kann besonders davon profitieren?

Das ist ganz leicht zu beantworten: ALLE. 

Du bietest auch Ausbildungen als „Mindful Movement Trainer“ an. Wie kam es dazu?

Hm, das ist ein wenig persönlicher. Ich bilde schon seit mehreren Jahren Yogalehrer:innen aus. Ich praktiziere Yoga wahnsinnig gern und dennoch merke auch ich als Ausbilderin, dass ich an manchen Tagen kraftvoll bin und an anderen eben nicht. Haltungen und Bewegungen so anzupassen, dass ich sie täglich praktizieren kann, war für mich die logische Konsequenz. So entstand das Konzept zur Mindful Movement Ausbildung. Sie verbindet meine Bereiche miteinander – Yoga, Achtsamkeit, Meditation – und wird somit ganzheitlicher und achtsamer als die Yoga Ausbildungen, die ich bis dahin kannte. 

Für wen ist diese Ausbildung gedacht?

Für alle, die Yoga kennenlernen wollen und die die Haltungen und Bewegungsabfolgen so anpassen wollen, dass sie zum jeweiligen tagesaktuellen Zustand des Körpers passen. 

Was erwartet mich in der Ausbildung?

Yoga, Achtsamkeit, Meditation, Musik, Gemeinschaft, Philosophie und natürlich auch Anatomie. Außerdem noch Ayurveda und viel, viel mehr. Es ist immer eine wundervolle Gruppe, in der ich lernen darf, einfach zu sein. 

Hast du einen Tipp für all diejenigen, die weder Yoga noch Mindful Movement jemals ausprobiert haben? Wie könnte man starten?

Ja, einfach ausprobieren. Mein Rat wäre, sich unterschiedliche Lehrer:innen und Richtungen anzusehen und sich zu erlauben, einfach zu spüren. Und dann, wenn es klick gemacht hat – und das wird es! –  einfach dranbleiben. 

Danke, liebe Sunita!

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